Mit oder ohne Keller: eine Regel als Entscheidungswerkzeug

Für seine klassische Aufgabe, den Bedarf an Vorräten, Haustechnik und Abstellraum zu beherbergen, wird ein Keller heute oftmals als teurer Luxus angesehen und entsprechend in Frage gestellt. Aber kann man ihn tatsächlich problemlos weglassen? Die 11ant Kellerregel beantwortet diese Frage mit zwei einfachen Faustformeln. Auch Laien finden damit schnell heraus, ob die Sparmassnahme in ihrem konkreten Fall ein grosser oder kleiner Erfolg (oder sogar eine Dummheit) wäre.

Ein Werkzeug für fast alle Fälle

Auf die Mehrheit der (auch Hang-) Grundstücke lässt sich die Regel mit verblüffender Treffsicherheit anwenden. Beide Faustformeln wende ich seit vier Jahrzehnten erfolgreich an. Ihre Gültigkeit hat also in sehr verschieden lebhaften Phasen der Bau(preis)konjunktur Bestand. Lediglich bei extrem felsigen oder sumpfigen Baugründen stoßen sie an ihre Grenzen. Für Ungeduldige beginne ich mit den Formeln an sich, und komme dann im weiteren Verlauf zu der Erläuterung ihrer Hintergründe.

Die erste 11ant Kellerregel

bezieht sich auf die grundsätzliche Frage “Keller ja oder nein” und macht erkennbar, ob ein gebauter oder durch andere Massnahmen ersetzter Keller der günstigere Weg sein wird. Ihre wesentliche Bezugsgrösse ist das Höhenspiel des Geländes im Bereich der Hausgrundfläche. Verschieben wir die Lage des Hauses, müssen wir die Abschätzung wegen der veränderten Menge der Höhenpunkte also erneut durchführen.

Als griffiger Merksatz formuliert, lautet die erste 11ant Kellerregel:

“Je (angebrochene) zwanzig Zentimeter Höhenspiel im Baufenster wird ein Kellerverzicht zehn Prozent eines Kellerbaues kosten”. Überlegen Sie daher wohl, ob Sie auch gegen das Votum des Grundstückes handeln wollen! Wenn das Grundstück sagt, sie bräuchten einen, dann wird er auch kosten – egal ob gebaut oder ersetzt. Wenn das Höhenspiel im vorstehend erläuterten Baufenster zwei Meter beträgt, gilt dies zu 100%, und unterhalb dieser Schwelle proportional anteilig. Bei einem Höhenspiel von einem Meter achtunddreissig im relevanten Bereich hätten Sie also beispielsweise zu erwarten, dass die Ersatzmassnahmen siebzig Prozent eines Kellers kosten werden.

Fortsetzungen folgen

Im zweiten Teil geht es in gleicher Weise um die “zweite 11ant Kellerregel”, die sich mit dem Aspekt eines Teilkellers beschäftigt; und im dritten Teil erläutere ich Ihnen die Hintergründe, die von den beiden Faustformeln abgebildet werden. Die weiteren Folgen erscheinen im Abstand von jeweils einer Woche, sodass Sie in drei Wochen mit der Antwort für Ihren konkreten Fall beschert werden (aktualisiert vom 25. Oktober sogar mit einer Zweitmeinung).

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4 thoughts on “Mit oder ohne Keller: eine Regel als Entscheidungswerkzeug

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